Nach der Zimmerbesichtigung starteten wir unseren ersten Ausflug. Wir gingen zur Opera Garnier und versuchten einen Blick in das eindrucksvolle Foyer zu werfen. Wem dies abends gelingt, der wird von der Pracht der großen Eingangshalle fasziniert sein. Allerdings sollte man nicht zu spät sein Glück versuchen, da bei Abendvorstellungen der Eintritt verwehrt wird.
Anschließend liefen wir vorbei am "Le Grand Hotel" (für Reisende mit hohem Anspruch und dem entsprechendem Budget eine sehr noble Übernachtungsmöglichkeit) zum Platz de Opéra. Da die Abenddämmerung schon eingesetzt hatte, vollbrachte die Nachtbeleuchtung in der Umgebung eine schillernde Atmosphäre aus dezentem, aber sehr elegantem Licht.
Nach einem Rundgang durch die beleuchtete Hauptstraße Avenue de l'Opéra, sowie die angrenzenden Seitengassen, kehrten wir wieder zum Hotel zurück. Wie unser Plan für die nächsten Tage verriet, hatten wir einiges vor...
Für uns ging es weiter auf die Champs Élysées, die wohl prunkvollste und berühmteste Einkaufsstraße Europas. Hier liegen Läden wie Gucci, Vuiton und Cartier direkt nebeneinander, was die schöne Allee nicht nur zu einem Shopping-Erlebnis, sondern auch zu einem äußerst teurem Vergnügen macht. Wer sich die Verkaufsläden von Vuiton & Co. von Innen anschauen möchte, der erlebt allerdings eine Überraschung. Anstatt eines "normalen" Einkaufssalons, wird eine Art Museum geboten. Exklusiv ist dieses Erlebnis aber auf jeden Fall und wer die Warteschlange am Eingang auf sich nimmt, der kann sich für einige Augenblicke mit Mode und Schmuck von unglaublichen Wert schmücken.

Die Avenue selbst ist im Grunde eine große mehrspurige Hauptstraße, die an der Seite große Fußgängerwege und Boutiquen hat. Diese eigenen kleinen Parallelstraßen werden aufgrund der vielen Verzierungen und Statuen auch Jardin de Champs-Élysées genannt. Neben den Boutiquen stehen dort ebenfalls das Rathaus sowie der kleine Palast (Petit Palais), in dem sich ein Museum für Kunst befindet. Der eigentliche Startpunkt der 1910 Meter langen und 70 Meter breiten Prachtsstraße befindet sich am Place de la Concorde und endet mit der Einmündung in den Place Charles de Gaulle.

Unser Weg auf der Champs-Élysées endet vorzeitig am Place de Clemenceau, an dessen Querstraße sich der Petit Palais sowie der Grand Palais befindet.
Die beiden Paläste wurden im Jahr 1900 für die Weltausstellung erbaut, heute dienen diese eindrucksvollen Gebäude als staatliche Museen. Wer sich für schöne Kunst interessiert, der kann für eine Eintrittsgebühr die Kunstsammlungen der Stadt bestaunen.
Der Weg vorbei am Petit Palais führte uns zur "Pont Alexandre III", einer 115 m langen Seine-Brücke. Diese wurde als Zeichen der Französisch-Russischen Freundschaft errichtet und verbindet den Invalidendom mit dem Champs-Élysées-Ufer. Die prunkvolle, wunderschöne Brücke aus weißem Stein ist an ihren Enden durch Säulen mit goldenen Pegasus-Skulpturen gesäumt. Zur Seine hin sind weitere Verzierungen aus Stein gemeiselt worden. Außerdem bekommt man von hier einen ersten Ausblick auf den in weiter Ferne liegenden Eiffelturm (Bilder finden Sie unter unserer Rubrik "Galerien").
Wer die Brücke überquert hat, landet in einer weiteren Parkanlage, welche zum Invalidendom gehört.
Die offizielle Bezeichnung des Bauwerks ist "Cathédrale Saint-Louis-des-Invalides", da die Kirche Sitz des französischen Militärbischofs der römisch-katholischen Kirche ist. Zudem befindet sich in dessen Keller seit 1840 das Grabmal Napoléons.
Die gewaltige, mit Gold geschmückte Kuppel bildet ohne Zweifel das Highlight. Durch seine Struktur wird eine indirekte Beleuchtung des Kuppelbildes ermöglicht, so dass wenige Sonnenstrahlen ausreichen sie im vollen Glanz strahlen zu lassen.
Wir drehten um und passierten die Pont Alexandre III ein weiteres mal. Anschließend liefen wir am Ufer der Seine Richtung Place de la Concorde, der sich im Zentrum der Stadt, im 8. Arrondissement befindet. Auf dem zweitgrößten Platz Frankreichs steht der bekannte Obelisk von Luxor. Er war ein Geschenk des regierenden ägyptischen Königs Muhammad Ali Pascha an den französischen König Louis Philippe.
Neben dem Obelisk hat der Platz noch viele weitere Sehenswürdigkeiten. So liegen in Nähe der Rue Royal das Marineministerium, das Hôtel de Crillon sowie auf der anderen Seite die Parkanlage des Louvre, die zugleich unser nächstes Ziel war. In der Ferne kann man die 8 Säulen der Kirche La Madeleine sehen, einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Paris.
Für uns ging es weiter in den Jardin des Tuileries, der Gartenanlage zwischen dem Place de la Concorde und dem Louvre. Eine sehr gepflegter und schöner Park mit einem Springbrunnen sowie vielen Sitzgelegenheiten zum Entspannen und Genießen. Wer mehr Aktion möchte, kann sich im anliegenden kleinen Freizeitpark amüsieren. Einen weiteren Abstecher ist die Parallelstraße Rue de Rivoli wert, die viele alte und barocke Häuserfassaden enthält.
Nun war das nächste große Highlight unseres Ausflugs an der Reihe: Der Palais du Louvre!
Um zum Vorplatz zu gelangen, wird der Jardin des Tuileries durchschritten, bis man zu einem kleinen Triumphbogen kommt. Dieser befindet sich vor dem Place de Carrousel, einer befahrbaren Straße direkt vor dem Louvre, in dessen Mitte der Kreisel mit dem Jardin de Carrousel ist. Ab hier beginnt das eigentliche Palastgelände.
Der Innenhof des hufeisenförmig aufgebauten Schlosses ist vor allem durch die gigantische Glaspyramide gekennzeichnet, welche den Eintritt zum Museum des Louvre darstellt. Zu den Seiten erstrecken sich die Flanken des Bauwerkes, welche auch bei Nacht beleuchtet werden.
Eine Großansicht des Louvre von vorne können Sie sich hier (Quelle: Wikipedia) anschauen.
Der Baustil reiht sich in den Renaissancestil ein, welcher jedoch nicht überall am Gebäude zu finden ist. An den "Kolonnaden" sowie dem Südflügel dominiert der klassizistische Barockstil. Die unterschiedlichen Fassaden sind das Ergebnis der vielen Königsherrschaften in Frankreich. So wurde das Louvre gleich mehrmals neu konstruiert, erweitert und verändert.
Imposant ist dabei nicht die Größe, sondern die architektonische Meisterleistung ein solch großes Gebäude derart facettenreich und stilvoll zu gestalten. Die unzähligen Zierelemente sowie die neumodische Glaspyramide vollenden den Eindruck eines mächtigen und atemberaubenden Landessymbols.
Natürlich war es unverzichtbar bei einem Besuch in Frankreich das "Musée du Louvre" anschauen. Allerdings verschoben wir aufgrund des guten Wetters das Vorhaben auf den nächsten Morgen.
Nun befand sich nur noch ein Sightseeing-Objekt auf unserer Liste. Da es sich hierbei um das Wahrzeichen von Frankreich und gleichzeitig die größte Touristenattraktion des Landes handelt, hatten wir dieses Ziel extra ans Ende des Tages gelegt. So hatten wir nicht nur mehr Zeit, sondern aufgrund der fortgeschrittenen Zeit auch eine einsetzende Abenddämmerung. Und dies sollte sich bezahlt machen.
Nachdem wir die Palastanlage Richtung Norden verlassen hatten standen wir auf der Rue de Rivoli. Die nächste Metrostation war die "Palais Royal - Musée du Louvre". Falls diese Station auch Ihr nächstes Ziel seien sollte, so gehen Sie unbedingt den Umweg über den Place André Malraux. Dieser sehr kleine, eher unauffällige Platz sticht durch die sehr schönen Häuserfassaden drum herum. Gekrönt wird diese Ansicht durch das Hotel du Louvre, ein 4 Sterne - Luxushotel direkt gegenüber des Königspalastes.
Nachdem wir die Metrostation erreicht hatten, fuhren wir nach kurzem Zwischenstop in unserem Hotel zur "École Militaire". Von hier aus kann man nach wenigen Metern den Parc du Champs de Mars erreichen. Dieser unspektakuläre, aber gepflegte Park führt mit sicher Schritten in Richtung Seine, an der sich unser Ziel befand. Hat man die ersten Baumkolonnaden hinter sich, so kommt das Wahrzeichen Frankreichs zum Vorschein: Der Eiffelturm!
Bereits an dieser Stelle wollen wir Ihnen einen Tipp geben: Gehen Sie unbedingt abends (am besten bei Sonnenuntergang) zum Eiffelturm. Der Grund ist das Lichtermeer, in das der Funkturm jede Nacht getaucht wird. Sie werden es nicht bereuen...
Mit insgesamt 3 Etagen erstreckt sich das in den Jahren 1887-1889 erbaute 327 Meter hohe Symbol Frankreichs gen Himmel.
Selbstverständlich zog es uns, trotz der sehr hohen Eintrittsgelder, sofort hoch auf die Spitze des Eiffelturms. Nach einer Fahrt- und Wartezeit von ca. 1 Stunde kamen wir in 276 Metern Höhe an. Über uns ragte nur noch die Fernsehantenne und der pechschwarze, wolkenlose Himmel.
Wem der Blick nach unten nichts ausmacht, wird anschließend mit einer atemberaubender Aussicht über halb Paris belohnt. Ein Meer aus Lichtern erstreckt sich in alle Himmelsrichtungen und macht diesen Anblick unvergesslich. Wer das Glück hat frühzeitig beim Sonnenuntergang auf der Spitze zu sein, wird ein weiteres persönliches Highlight erleben.
Wie lange Sie sich dort oben aufhalten ist natürlich Ihnen überlassen. Auf der einen Seite weht ein recht kühler Wind in dieser schwindelerregenden Höhe, auf der anderen Seite lässt einen dieser Ausblick nicht mehr so schnell los.
Für weitere Informationen zum Eiffelturm (Preise, Restaurant, Öffnungszeiten, ...) klicken Sie hier.
Wieder am Fuße des gigantischen Bauwerks angekommen, spazierten wir zum Seine-Ufer und über die Pont d'léna. Von dort genossen wir ein weiteres mal das stündlich auftretende Spektakel, in dem der Eiffelturm mit Tausenden von kleinen Lichtern zum Funkeln gebracht wird (nur abends, auf keinen Fall verpassen!). Anschließend kehrten wir erschöpft zu unserem Hotel an der alten Oper zurück.
3. Tag
Nachdem wir am vorherigen Tag sehr viele neue Eindrücke bekommen hatten und permanent unterwegs waren, nahmen wir uns heute ein etwas ruhigeres Programm vor. Unser Ziel war wie jeden Tag die Metro-Station an der Opéra Garnier. Von hier aus fuhren wir zum Louvre. Da es früh morgens war schien die Warteschlange nicht sehr lang und wir konnten nach wenigen Minuten in das Innere der Glaspyramide gelangen.
Auf das Musée du Louvre wollen wir hier nicht weiter detailliert eingehen. Die folgende Kurzbeschreibung gibt lediglich einen Einblick in die Größe sowie die wichtigsten Kunstschätze.
Das Museum selber ist ein riesiges Labyrinth unterschiedlicher Kunstepochen und -richtungen. In den verschiedenen Flügeln und Stockwerken des Museums werden etwa 35.000 Exponate auf einer Fläche von über 60.000 m² präsentiert . Die gesamte Sammlung des Louvre beläuft sich auf ungefähr 380.000 Werke, die seit 1793 teilweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Zu den wichtigsten und berühmtesten Werken zä
hlen:
- Venus von Milo
- Das Floß der Medusa - Théodore Géricault
- Mona Lisa - Leonardo Da Vinci
- Die Sklaven - Michelangelo Buonarotti
- Amor und Psyche - Antonio Canova
- Selbstbildnis mit Distel - Albrecht Dürer
- Nike von Samothrake
- Krypta der Sphinx
- Der sitzende Schreiber - bemalte Statue Ägypten ca. 2650 v.Chr.
- Die Freiheit führt das Volk - Eugène Delacroix
- Der Tod des Sardanapal - Eugène Delacroix
- Die Hochzeit zu Kana - Paolo Veronese
- Tod eines Geizhalses - Hieronymus Bosch
- Der Blindensturz - Pieter Brueghel der Ältere
Unser Aufenthalt dauerte insgesamt 6 Stunden, was für etwa 80% der Ausstellungsfläche reichte. Wer sich intensiv mit dem Museum beschäftigen will, benötigt jedoch weit mehr als ein paar Stunden.
Das Timing um das Musée du Louvre zu verlassen hätte bei uns nicht besser gewählt seien können. Während des Aufenthaltes musste es geregnet haben, zumindest war die Umgebung vom Regen gekennzeichnet. Nun jedoch schien wieder die Sonne zwischen kleineren Wolken hindurch.
Mit einem Lächeln machten wir uns zur nächsten Metro-Station auf. Von dort ging es mit der M1 zwei Haltestellen weiter bis zum Hôtel de Ville, ebenfalls an der Rue de Rivoli gelegen.
Auch wenn es in vielen Ratgebern nicht zu den Highlights von Paris gehört, so ist das Rathaus der Hauptstadt einen Blick wert, ragt es doch im neoklassizistischem Stil mit seinen 146 Statuen auf der Fassade in die Höhe. In den Jahren 1874–1882 erbaut, ist dieses Gebäude das größte Rathaus Europas! Bei Nacht wird dieses Gebäude, neben vielen anderen in Paris, mit Scheinwerfern in angestrahlt und gibt einen sehr schönen Anblick ab. Aber auch bei Tage lohnt sich der Weg.
Wir liefen nach kurzer Pause weiter zur wenige Meter entfernten Seine und passierten sie über die Pont d'Arcole, wodurch wir auf der Île de la Cité gelangten . Von dort führt die gleichnamige Rue d'Arcole zum Parvis de Notre-Dame (Vorplatz), an dem die Kathedrale Notre-Dame angeknüpft ist.
Notre-Dame steht wörtlich übersetzt für "Unsere (liebe) Frau" und ist eine der frühesten gotischen Kathedralen Frankreichs. Ihre majestätische Silhouette erhebt sich im Zentrum der Stadt auf der Ostspitze der Seineinsel Île de la Cité.
Die beiden Türme sind 69 Meter hoch, der Dachreiter 90 Meter. Das Kirchenschiff ist im Inneren 130 Meter lang, 48 Meter breit und 35 Meter hoch. Bis zu 10.000 Personen finden in der Kirche Platz (Quelle: "www.wikipedia.de").
Ab dem Jahr 1163 wurde die Kathedrale erbaut und seit dem mehrmals, zuletzt vor einigen Jahren, renoviert, so dass sie auch heute noch in ihrem alten Weiß erstrahlt. Am oberen Rand der Seitenfassade befinden sich die berühmten Grotesken (Dolerien), die unter anderem die Vorlage für das Buch "Der Glöckner von Notre-Dame" darstellen.
Von Innen ist das Gebäude so eindrucksvoll wie von Außen. Der Hauptgang wird von 2 Seitenschiffen begleitet, die durch Kolonnaden abgetrennt sind. Riesige runde Kirchenfester unterstützen die ansonsten durch Kerzen und Kronleuchter erzeugte Beleuchtung. Dazu gibt es 2 Orgeln, die gigantische Hauptorgel mit 113 Register, verteilt auf fünf Manualen, und eine Kleinere in gegenüberliegender Position befinden sich in der Kathedrale. Der Altar kann durch einen Rundgang umschritten werden. Interessant dabei ist vor allem die Miniatur-Darstellung des Notre-Dame, die hinter dem Altar aufgestellt ist. Hier kann man sich einen guten Überblick der Kathedrale verschaffen.
Wer sich alles im Inneren angeschaut hat, der kann sich nun einem Rundgang von außen widmen. Dort ist besonders der kleine angelegte Park auf der Rückseite zu nennen, von dem man zusätzlich eine schöne Aussicht über die Seine sowie die Île Saint-Louis.
Die Île Saint-Louis ist bis heute einer der begehrtesten und teuersten Wohnorte von Paris. Dies wollten wir uns natürlich näher anschauen und wählten den Weg über die Pont Saint-Louis, welche eine direkte Verbindung zwischen Notre-Dame und dem Nobelviertel bildet.
Das Viertel selber verspricht nicht zu viel. Wunderschöne Altbaufassaden und Alleen lassen einen Hauch von Luxus der damaligen Zeit erahnen. Die hochgezogenen Häuser im typisch-französischen Barock-Stil ähneln eher Hotels als Wohnungen, und die traumhafte Kulisse um die Insel herum untermalt dies noch ein Stück weiter. Im Gegensatz zu den Häusern am gegenüberliegenden Seineufer stehen hier keine Neubauten oder modernen Gebilde, was die Insel in gewissen Masse einzigartig macht. Auch Metro-Stationen oder andere Haltestellen sucht man vergebens, es wurde bewusst auf alles verzichtet was dem noblen Ansehen schaden könnte. Grund genug für uns dies auszunutzen und einen Spaziergang entlang der Quai d'Orléans zu machen. Diese Allee führt direkt am Ufer der Insel entlang, weg von Notre-Dame, Richtung Pont de la Tournelle.
Auf der Brücke (Pont de la Tourmelle) kann man anschließend einen letzten Blick auf die Rückseite der Notre-Dame werfen und sich die schöne Lage inmitten der Seine betrachten. Der Anblick wurde für uns mit dem ersten wolkenlosen Himmel an diesem Tag komplettiert.
Bei der nächsten Metro-Station stiegen wir in die RER B ein und fuhren zur Haltestelle Luxembourg, bei der sich das gleichnamige Schloss befinden sollte.
Die Schlossanlage beginnt mit dem Jardin du Luxembourg (Schlossgarten). Nachdem man das Eingangstor passiert, und einen kleinen hübsch angelegte Baumreihe durchschritten hat, gelangt man zur eigentlichen Gartenanlage. Diese in vielen Reiseführern als "sehenswert" markierte Anlage breitete sich nun vor uns aus und raubte uns schlagartig den Atem. Einen Begriff für diese traumhafte Kulisse war schwer zu finden. Warum? Das können Sie sich am besten in unserer Bildergalerie anschauen und sich so einen eigenen Eindruck machen.
Es war nicht das relativ kleine Schloss, was in seiner Symmetrie und Schönheit hervorstach,
sondern das Zusammenspiel der Palastanlage mit der durch unzählige Verzierungen, Blumen, Statuen und einem riesigen Springbrunnen geprägten Umgebung. Das Gebäude versinkt in diesem Meer aus Farben und Vegetationen, lässt aber genug Raum um einen tollen Gesamtanblick aus der Ferne auf das Schloss bekommen zu können. Sogar Palmen finden hier ihren Platz und unterstreichen die Einzigartigkeit dieses Parks. Wer spazieren möchte, der kann den Garten von der Fassade aus über den Jardin Marco Polo, der an den Jardin du Luxembourg angrenzt, entlang laufen, verliert dabei aber nie die Sicht auf das schöne Hauptgebäude.
Natürlich nutzten wir diese unerwartet, atemberaubende Sehenswürdigkeit in vollen Zügen aus und rasteten für einige Stunden. Wer den Weg zum Palais du Luxembourg findet, sollte auf jeden Fall Zeit mitbringen. Man kann nach Lust und Laune spazieren gehen, den Wasserspielen der Springbrunnen zuschauen oder einfach nur genießen, so wie wir es taten. Wem dann noch Sonnenschein geschenkt wird, der wird diese Gartenanlage nicht mehr verlassen wollen. Unser Prädikat lautet daher, dass ein schlichtes "sehenswert" hier unangebracht ist, handelt es sich doch um den mit Abstand schönsten Park von Paris, wahrscheinlich sogar Frankreichs.
Da wir zum Abschluss des dritten Tages in Paris noch eine Seine-Bootsfahrt anvisiert hatten, mussten wir uns die restlichen Stunden bis zum Sonnenuntergang vertreiben. Also beschlossen wir Richtung Eiffelturm zu fahren und uns dort auf die Suche nach einem typisch französisches Restaurant zu machen. Fündig wurden wir schließlich durch einen Tipp einer einheimischen Französin, die unsere Aufmerksamkeit auf ein Studenten-Restaurant lenkte, dass sich in unmittelbarer Nähe zur Avenue Bosquet befand.
Abends, gegen 21 Uhr, startete dann unsere Seine-Bootsfahrt. Ein Muss für jeden, der wegen der Romantik in die "Stadt der Liebe" kommt, denn nirgendwo sonst kann man den Anblick der Stadt so sehr in Zweisamkeit genießen wie auf einem der vielen Boote, die täglich die Seine kreuzen. Für einen Preis ab 10€ bekommt man mehrere Scheinwerfer, sowie eine freundliche Ansage in mehreren Sprachen (auch deutsch), die während des Aufenthaltes an Bord die wichtigsten Geschichten und Merkmale zu den Sehenswürdigkeiten entlang des Flusses erzählt, geboten. Dazu gibt es leichte französische Hintergrundmusik sowie auf Wunsch Getränke und Speisen, während man auf dem Terassendeck in Liegestühlen entspannt. Wer möchte, oder wem die
Kälte der Nacht zusetzt, kann natürlich auch die unteren Etagen des Schiffes besuchen, welche im Inneren liegen und verglast sind.
Die etwa 30 minütige Reise begann am Eiffelturm, wo wir Richtung Île de la Cité ablegten. Bis zu dieser Insel sahen wir die Brücke "Pont Alexandre III", welche bereits am 1.Tag von uns erkundigt wurde. Der Anblick von unten war jedoch genauso beeindruckend, vor allem da bei Nacht ein wahres Lichtermeer an der Brücke die Seine zum leuchten bringt. Des weiteren wurde das alte Schloss, das Postgebäude sowie das Nouveau-Warenhaus Samaritaine gesichtet. An der Île de la Cité angekommen, wurden unsere Augen auf die beleuchtete Notre-Dame-Kathedrale gerichtet, bevor das Schiff umdrehte und die gleiche Strecke zurück fuhr.
Die Rückfahrt kann dann pur genossen werden!
Auf dem Bild rechts sieht man übrigens die Pont d'léna, welche die Seine beim Eiffelturm (im Hintergrund erkennbar) überquert.
4. Tag
Unser letzter vollständiger Tag in der französischen Hauptstadt begann mit einem regnerischen Morgen. Nicht weiter schlimm, da wir die Metro/RER nutzen wollten, um zu einem kleinem Ausflug in die benachbarte Stadt Versailles aufzubrechen. Gesagt, getan - nach etwa 1 1/2 Stunden waren wir am Versailler Bahnhof und suchten uns den Weg zum Stadtkern, welcher, dank des Massentourismus der dort herrscht, nicht weiter schwer zu finden ist. Die Stadt selber hat circa 86.000 Einwohnern und ist zudem Verwaltungssitz des Départements Yvelines und Bischofssitz (seit 1801). Weltbekannt wurde diese elegante Stadt natürlich durch das in seinen größten Teilen vom Sonnenkönig Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert errichtete Schloss Versailles, welches in nicht zu verfehlender Lage mitten im Zentrum gelegen ist. Etwas erstaunt waren wir angesichts der Nähe zur Innenstadt schon, schien es doch früher ein Schloss in unberührter Natur zu sein.
Berühmt für seine weitläufigen Gärten, prachtvollen Schlosszimmer und dem weltbekanntem Spiegelsaal verkörpert das Château de Versailles in eindrucksvoller Manier den Luxus damaliger Könige. Zudem ist es mit jährlich ca. drei Millionen Besucher das meistbesuchte Schloss Frankreichs. 800 Angestellte beschäftigen sich täglich mit der Pflege und Verwaltung der großen Anlage, zu der neben dem Hauptteil mit Museum und den Parkanlagen auch das Opernhaus, die Kapelle, die Orangerie sowie das Petit und Grand Trianon (Gartenschloss) gehören.
Das Museum ist selbstverständlich die Hauptattraktion von Versailles und nicht nur für Kunstliebhaber eine Besichtigung wert. Für nähere Informationen zu den Eintrittspreisen und Öffnungszeiten finden Sie hier! Im Folgenden erklären wir Ihnen kurz, was Sie für 13,50€ im Museum erwartet:
Zu Beginn des Rundgangs bekommen Sie einen Walkman, mit dem Sie über Kopfhörer die Audio-Führung verfolgen können. Dabei entscheiden Sie, wie und wann die Einspielung für das nächste Zimmer ertönen soll. Dies lässt nicht nur viel Freiraum in der zeitlichen Gestaltung des Rundgangs, sondern steigert zudem die Qualität der Informationsgewinnung deutlich.
Nun ist es aber Zeit den Rundgang zu starten!
Nach dem Einlass wird zuerst die Hofeigene Kapelle durchquert, bevor es in den ersten Seitenarm weitergeht. Dort gelangt man in das Theater, ein sehr eleganter und schöner Raum, der an ein barockes Opernhaus erinnert und auch in der Größe mehr als überrascht. Am Ausgang des Saales kommen die privaten Gemächer des Königs, angefangen mit dem Arbeitszimmer und der Bibliothek. Neben den vielen Gemälden, die die meisten ungenutzten Räume verzieren, erfreut man sich vor allem an der schönen Aussicht auf den Garten. Dieser kann von allen Räumen eingesehen werden.
Der nächste größere Raum ist der Spiegelsaal, der wohl bekannteste Raum im Schloss. Dieser, außer an der Fensterfront, komplett mit Spiegeln bedeckte Saal wird von einer Anzahl von Kronenleuchtern erhellt und trumpft durch seine pure Größe, die durch die Spiegel noch verstärkt wird. Dabei bestehen die Spiegel, die wie ihre gegenüberliegenden Fenster konstruiert wurden, aus vielen kleineren Einzelteilen.
An den Saal angeschlossen ist das private Schlafzimmer des Königs sowie der Königin. Viele bekannte Gemälde hängen hier, die meist den König in erhabener Position, in der Schlacht oder bei seiner Krönung zeigen. Eins der Bekanntesten sehen Sie rechts im Kleinformat, welches eine Krönung in Notre Dame (1804) zeigt. Napoleon, der sich zuvor selbst gekrönt hat, setzt seiner Gemahlin Joséphine (auf Knien) die Krone auf.
Zum Abschluss der Führung durch den Schlossflügel gelangt man zu einem Durchgang, welcher mit unzähligen Bildern und Statuen bestückt ist. Am Ende des Ganges empfängt der standesgemäße Souvenirladen seine Besucher, bevor der freie Himmel wieder gesichtet werden kann. Dort angekommen befindet sich der Schlossgarten, der zu stundenlangen Spaziergängen, wie zum Beispiel zum Apollo-Brunnen oder entlang des Kanals, einlädt.
Aufgrund des bewölkten Wetters sparten wir jedoch unsere Kräfte und verließen die Palastanlage gegen Nachmittag. Unser nächstes Ziel lag wieder in Paris, also machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof.
Zurück in der Pariser Innenstadt fuhren wir mit der Metro zur Haltestelle Anvers, auf der Boulevard de Rochechouart. Von hier aus geht gelangt man auf die Rue de Steinkerque, welcher man einige Meter folgt, bis man sich auf dem Place Saint-Pierre befindet. Dort ragt in mehreren Metern Höhe die römisch-katholische Wallfahrtskirche Sacré-Cœur empor, deren Zuckerbäckerstil eher dem Taj Mahal ähnelt als einer Kirche. Nichts desto trotz gehört sie zu den imponierensten Bauwerken von Paris, nicht nur wegen der einzigartigen Architektur, sondern auch dank der hervorragenden Lage mit guter Aussicht über ganz Paris. Nehmen Sie sich die Zeit und schlendern Sie die Treppen durch die Vorgärten hoch zum Parvis de Sacré-Cœur, dem Vorplatz der Herz-Jesu-Basilika.
Die recht spät (im 19. Jahrhundert) erbaute Kirche besitzt in der Mitte eine große Kuppel, die allein 55 Meter hoch ist und von dessen Aussichtsplattform bei guten Wetterverhältnissen bis zu 40 km weit gesehen werden kann. Die Mauern sind aus Château-Landon-Steinen zusammengefügt, die durch die Witterung ihr Calcit abgeben und so mit der Zeit ein kreideartiges Weiß annehmen. Abgesehen von dem großen Jesus-Deckengemälde bleibt Innen nur wenig von der Besonderheit der Kirche übrig, weshalb ein längerer Aufenthalt nicht einplant werden muss. Wesentlich interessanter ist ein kurzer Abstecher in das unweit gelegene Zentrum des Viertels Montmatre.
Hier wartet das berühmte Moulin Rouge (die Rote Mühle) am Place Blanche (82, Boulevard de Clichy, 75018 Paris) im 18. Arrondissement mit Shows, Theateraufführungen, Tänzen und hohen Preisen. In dem zunächst für Bälle genutzten Gebäude, bei denen Tänzerinnen vor allem den Cancan und Chahut tanzten, wurden nach und nach Operetten und Revuen, sowie gelegentlich Kino aufgeführt. Hier traten die berühmtesten Pariser Stars der Zeit auf, unter anderem La Goulue, Yvette Guilbert, Jane Avril, Mistinguett und „Le Pétomane“ Joseph Pujol.
Da es mittlerweile dunkel war, beschlossen wir zur Metro zurückzukehren. Wir hatten in den vergangenen 4 Tagen alles Sehenswertes in Paris gesehen und konnten so unseren letzten Abend einem gemütlichen Spaziergang entlang der Seine widmen. Anschließend kamen wir erschöpft in unserem Hotel an, wo wir den Tag nochmals Revue passieren ließen, bevor die Rückreise-Vorbereitung anstand.
Am darauf folgenden Tag verließen wir Paris am Gare de l'Est und fuhren mit dem TGV zurück nach Köln. Wir sagten damit einer fantastischen Stadt auf Wiedersehen und freuen uns auf unseren nächsten Besuch in der französischen Hauptstadt, welche uns mit eindrucksvollen Bauwerken, imponierender Kunst und wunderschönen Plätzen in ihren Bann genommen hat. Ein Aufenthalt in Paris ist mehr als nur eine Städtereise, es ist eine Reise in das Herz Frankreichs, in die Stadt der Liebe!